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Vita

Vita

Eine Vita (lateinisch vita = "Leben, Lebenszeit, Lebensweise") ist im Allgemeinen die literarische Beschreibung des Lebens einer bekannten Persönlichkeit und zählt zur literarischen Gattung der Biografie. Traditionell werden bevorzugt antike und mittelalterliche Biografien "Viten" (oder "Vitae") genannt. Eine Sonderform stellen die Heiligenlegenden dar. Während im neueren Sprachgebrauch eine Vita sich auf den schlicht dokumentierten Lebenslauf beschränken kann, lag früher die Hauptfunktion der meisten Viten eher nach Art einer Laudatio in der Hervorhebung der Tugenden ihrer Helden und weniger in einer historisch zuverlässigen Lebensschilderung. Sie sollten den Lesern oder Zuhörern moralische Anleitungen für ihr eigenes Leben geben oder gewisse Wertvorstellungen untermauern. In der Antike gab es zunächst Viten von Philosophen und Schriftstellern, später schilderten die Viten vor allem das Leben von Feldherren und Staatsmännern. Das Wort "Vita" taucht zum ersten Mal im Werk De viris illustribus des Cornelius Nepos auf. Einen wichtigen Einfluss auf die Herausbildung der literarischen Form hatten unter anderem Plutarchs Darstellungen griechischer und römischer Staatsmänner oder Suetons De vita Caesarum. Auf dem antiken Schema bauen im Mittelalter einerseits Fürstenviten wie etwa Einhards Vita Caroli Magni (um 830) oder eine Vita Kaiser Karls IV. auf, andererseits Heiligen- und Märtyrerviten wie die Vita Sancti Martini des Sulpicius Severus oder die Vita Benedicti Gregors des Großen. Im Spätmittelalter entstehen auch wieder Künstlerviten, wie etwa Giovanni Boccaccios Das Leben Dantes (um 1360). Eine späte Blüte erlebte die Vita im 15. und 16. Jahrhundert im orthodoxen osteuropäischen Raum, wo sie unter anderem die Aufgabe hatte, hohen Vertretern von Kirche und Staat eine Aura von Heiligkeit und Gottesgnadentum zu verleihen und so deren Machtstellung im Staat zu festigen. (siehe auch Moskovitische Periode der altrussischen Literatur)

Siehe auch


- Vita activa, Vita contemplativa, Curriculum vitae
- Biografie, Biografieforschung !Vita

Biografie

Eine Biografie (Biographie) (griechisch βιογραφία, von βíος - das Leben und γραφή - die Schrift) ist die Lebensbeschreibung einer Person.

Biografie

Als Literaturgattung behandelt die Biografie meist Personen des öffentlichen Lebens wie Politikern, Wissenschaftlern, Sportlern, Schriftstellern oder Menschen, die durch ihr Wirken einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag geleistet haben. Ein frühes Beispiel für eine heroisierende Lebensbeschreibung eines politischen Herrschers aus der Antike sind etwa die Res Gestae. Aber auch die Biografien mancher (bis dahin) unbekannter Personen sind verbreitet (z.B. Anna Wimschneider, Herbstmilch). Lebensbilder sind Kurz-Biografien von derartigen Personen ohne historischen Rang. Sie werden oft von Genealogen, Familien- und Heimatforschern verfasst; Biografien dagegen von Biografen. Die beschriebenen Personen sind je nach Anspruch, historischer Bedeutung oder Auslegung Verwandte, einfache Mitmenschen oder historische, kulturelle oder bedeutende Persönlichkeiten. Umgangssprachlich wird manchmal auch der (stichwortartige) Lebenslauf eines Menschen als dessen Biografie (auch „Vita“) bezeichnet. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie - dem eigenen Lebenslauf - ist u.a. Thema und Inhalt der Biografiearbeit.

Autobiografie

Eine Autobiografie („Selbstbeschreibung“) liegt vor, wenn die Biografie von der betreffenden Person selbst verfasst ist oder sie wenigstens als Verfasser gilt. Vielen Prominenten stand auch ein professioneller Ghostwriter hilfreich zur Seite. Viel Autobiografisches entnimmt sich bereits der ersten der Selbstbetrachtungen des römischen Kaisers Mark Aurel. Als erste Autobiografie im eigentlichen Sinne gelten die „Confessiones“ („Bekenntnisse“) des Aurelius Augustinus; er schrieb sie in den Jahren 397 und 398. Zu den autobiografischen Texten gehören auch die Memoiren („Erinnerungen“). Bei ihnen liegt die Gewichtung oft mehr auf den herausragenden, für eine breite Öffentlichkeit interessanten Ereignissen und der Autor wirft einen erweiterten Blick auf alle daran beteiligten Personen.

Literatur


- Pierre Bourdieu, Die biographische Illusion. BIOS 1990 Heft 1
- Siegfried Kracauer: „Die Biographie als neubürgerliche Kunstform“ in: ders., Das Ornament der Masse, suhrkamp taschenbuch 371, Frankfurt am Main 1977, S. 75-80
- Osborn/Schweitzer/Trilling: Erinnern, Lambertus 1997, ISBN 3-7841-0932-2
- Olaf Hähner: Historische Biographik. Die Entwicklung einer geschichtswissenschaftlichen Darstellungsform von der Antike bis ins 20. Jahrhundert, Frankfurt a.M 1999

Weblinks


- [http://www.biographie.net/de/ biographie.net - Verzeichnis von Biografien im WWW]
- [http://mdz2.bib-bvb.de/~adb/index.html Elektronische Allgemeine Deutsche Biographie] Gesamtregister vom Mittelalter bis zur Gegenwart der Allgemeinen Deutschen Biographie (ADB) und der Neuen Deutsche Biographie (NDB). Nur die Artikel der ADB sind auch digital (fotografiert) zugänglich
- [http://www.polarluft.de/index.html polarluft.de - Alphabetisches Verzeichnis von Biographien im Netz]
- [http://www.fembio.org/ FemBio - Biografien bedeutender Frauen international] (mehr als 30.000 Frauen)
- [http://www.ddr-biografien.de Homepage des Biografienhistorikers Andreas Herbst mit Datenbank]
- [http://www.bautz.de/bbkl/ BBKL] Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon des Verlags Traugott Bautz
- [http://www.biographiezentrum.de Verband deutschsprachiger Biografinnen und Biografen]
- [http://www.rasscass.de/templ/home.php/ Focus-Online Biografien-Lexikon]

Siehe auch


- Allgemeine Deutsche Biographie
- Deutsche Biographische Enzyklopädie
- Biographische Nachschlagewerke
- Biografieforschung
- Soziobiografie
- Familiengeschichte Biografische Artikel in Wikipedia finden sich alphabetisch und nach Themen sortiert unter Portal:Biografien und Liste der Biografien. Der einfachen Erstellung einer Biografie auf Wikipedia dient die Formatvorlage Biografie. !Biografie ja:伝記 ko:전기 (문학) ms:Biografi simple:Biography

Antike

Der Begriff Antike (von lat. antiquus, alt, altertümlich) bezeichnet die Epoche des Altertums im Mittelmeerraum. Sie reicht etwa von 1200 v. Chr. (bzw. 800 v. Chr., siehe zeitliche Abgrenzung) bis ca. 600 n. Chr. und unterscheidet sich von vorhergehenden und nachfolgenden Epochen durch gemeinsame und durchgängige kulturelle Traditionen. Seit dem ersten Jahrhundert n. Chr. bildete zudem der Mittelmeerraum im Rahmen des Römischen Reichs eine politische und kulturelle Einheit. Im engeren Sinne bezeichnet man mit der Antike die Geschichte des archaischen und klassischen Griechenlands, des Hellenismus und des Römischen Reichs (Republik, Prinzipat und Spätantike). Im weiteren Sinne bezieht die Antike auch die Geschichte der altorientalischen, nahöstlichen Hochkulturen Ägyptens, Mesopotamiens, Syriens, Persiens und Kleinasiens mit ein, die etwa mit dem Beginn der Schriftlichkeit um 3500 v. Chr. einsetzt. Dieser universalhistorische, über die Klassische Altertumswissenschaft hinausgehende Ansatz wurde unter anderem von dem Historiker Eduard Meyer im 19. Jahrhundert gefordert. Wieder aufgegriffen wurde dies in letzter Zeit etwa durch den deutschen Althistoriker Josef Wiesehöfer, einen anerkannten Experten für das antike Persien. Josef Wiesehöfer

Epochenabgrenzung

Historisch bezeichnet Antike im Sinne der klassischen Altertumswissenschaft die Zeit von der allmählichen Herausbildung der griechischen Staatenwelt bis zum Ende des weströmischen Reichs im Jahr 476 bzw. bis zum Tod des oströmischen Kaisers Justinian I. 565. Immer öfter wird auch die arabische Expansion ab 632 als Enddatum genannt (siehe Islamische Expansion). Der Anfang der antiken Kultur im klassischen Sinne wird im Allgemeinen mit der Entstehungszeit der Homerischen Epen und dem Beginn der griechischen Kolonisation des Mittelmeerraums im 8. Jahrhunderts v. Chr. angesetzt. Die Griechen verbreiteten ihre Bildung und Kultur in den folgenden Jahrhunderten im gesamten Mittelmeerraum und seit Alexander dem Großen auch im Orient und nach Zentralasien hinein. Die Römer brachten die antike Kultur bis nach Mittel- und Nordwesteuropa, wo sie sich seit dem frühen Mittelalter zur christlich-abendländischen Kultur wandelte. Je nach Forschungsrichtung werden aber durchaus auch die Zeiten der minoischen und der mykenischen Kultur von etwa 19001100 v. Chr. sowie die Epoche der so genannten dunklen Jahrhunderte 1200750 v. Chr. zur griechisch-römischen Antike gerechnet. Als Epochengrenzen zum Mittelalter sind auch die Jahre 325 (Konzil von Nicäa), 393 (letzte Olympische Spiele der Antike), 476 (Absetzung des Romulus Augustulus), 498 (Taufe des Frankenkönigs Chlodwig I.), 529 (Gründung des ersten abendländischen Mönchsklosters durch Benedikt von Nursia; zugleich Schließung der platonischen Akademie als symbolisches Datum in der Philosophie nach dem Tod des "letzten" antiken Philosophen Boëthius 524), der Tod Kaiser Justinians I. 565, das Ende der Völkerwanderung mit dem Langobardeneinfall in Italien 568 oder die Eroberungszüge der Araber im 7. Jahrhundert vorgeschlagen worden. Im Allgemeinen wird das Ende der Antike heute in etwa mit dem Jahr 600 angesetzt; darin kommt zum Ausdruck, dass es letztlich keinen eindeutigen einmaligen Einschnitt zwischen Altertum und Mittelalter gab. Zum Ende der Antike siehe vor allem Spätantike.

Ursprünge der antiken Kultur

Die Ursprünge der europäischen Antike liegen im Dunkeln. Ihre Vorgeschichte ist etwa in der Zeit von ca. 2000- ca. 1600 v. Chr., im Mittelhelladikum anzusiedeln. Zu Beginn dieses Zeitabschnitts - teils auch schon im letzten Abschnitt des Frühhelladikums FH III ca. 2200-2000 v. Chr. - wanderten indoeuropäische Stämme in Griechenland ein. Offenbar unter Einfluss der sogenannten minoischen Kultur auf Kreta, der ersten Hochkultur Europas, die ihre Blüte von ca. 1900 - 1450 v. Chr. hatte, entwickelte sich auf dem Festland aus der Kultur des Mittelhelladikums die mykenische Kultur (ca. 1600 - 1050/00 v. Chr.). Sie hat Ihren Ausgangspunkt vermutlich in der Argolis und erscheint unvermittelt mit reichen Schachtgräbern (ab ca. 1600 v. Chr.). Unter anderem übernahm die mykenische Kultur von der minoischen die Schrift. Die auf Kreta (unter anderem) verwendete sog. Linearschrift A), die aber bisher nicht vollständig entschlüsselt werden konnte, da die Texte in unbekannter Sprache geschrieben sind, wurde zur sog. Linearschrift B modifiziert. Die Linearschrift B begegnet auf zahlreichen Tontäfelchen u.a. der Paläste in Pylos, Theben, Mykene auf dem griechischen Festland und dem mittlerweile mykenisch beherrschtem Knossos auf Kreta. Knossos Bekannt sind die prächtigen Zentren der mykenischen Kultur. Bedeutende Fundorte sind Mykene, Pylos und Tiryns auf der Halbinsel Peloponnes, Orchomenos und Gla in Böotien (letzteres keine Burg), Milet in Westkleinasien usw. Die Zentren hatten eine Oberstädte, Burgen genannt, die im 13. Jh. in vielen Fällen stark befestigt wurden. Reiche Kuppelgräber, feine, teils reich bemalte Keramik, kunstvolle Gold-, Silber und Faiencerarbeiten etc. zeugen vom Reichtum und von der Spezialisierung des Wirtschaftssystems, das zentral gesteuert wurde. Intensive Handelskontakte wurden mit dem Nahen Osten, Assyrien und Ägypten gepflegt. Mykenische Keramik war in weiten Teilen des Mittelmeergebiets beliebt. Wahrscheinlich gab es sogar griechische Handelsniederlassungen in Süditalien. Etwa 1200-750 v. Chr. setzt man traditionell das "Dunkle Zeitalter" an, aus dem uns nur wenig überliefert ist. Zu Beginn dieser Phase werden viele der Burgen des griechischen Festlands zerstört. Die mykenische Tradition besteht jedoch noch ca. 150 Jahre weiter, bevor der Übergang in die sog. Protogeometrische Periode (ca. 1050 - 900 v. Chr.) erfolgt. Der Überlieferung nach setzt ca. 1050 v. Chr. die sehr umstrittene "Ionische Wanderung" ein, in deren Verlauf die Einwohner des griechischen Festlandes die Inseln der Ägäis und Kleinasiens kolonisierten. Auf dem griechischen Festland bietet sich ein diffuses Bild: wenige Siedlungen wurden bisher entdeckt und die meisten machen einen - im Vergleich zur mykenischen Zeit - ärmlichen Eindruck. Ganz anders hingegen Lefkandi auf Euböa: dort wurden neben einer Siedlung mit einem großen Gebäude des Fürsten von Lefkandi Gräber gefunden die sehr reich ausgestattet waren. Das Dunkle Zeitalter hellt sich in den letzten Jahrzehnten - dank vieler neuer Funde - immer mehr auf. Nach Annahme der Homerforschung spiegeln unterschiedliche Passagen der Ilias die Verhältnisse dieser Zeit wider. Sie war offenbar wichtig für die Entwicklung der griechischen Gesellschaft, auch hin zur griechischen Polis. Ab dem 8. Jh. sind die Kontakte zum vorderen Orient wieder sehr intensiv und es entstehen Handelsstationen auf Zypern (Kition) und in Syrien (Al Mina). Vermutlich bereits im späten 9. Jh. v. Chr. hat man von den Phöniziern das Alphabet übernommen.

Anfänge des klassischen Griechenland

Mit dem so genannten archaischen Zeitalter begann im frühen 8. Jahrhundert v. Chr. die eigentliche Antike. Seit dem Jahr 776 v. Chr. ist die Siegerliste der olympischen Spiele überliefert. Von etwa 770 bis 540 v. Chr. breiteten sich die Griechen während der Großen Kolonisation im westlichen Mittelmeer (vor allem Sizilien und Unteritalien, siehe auch Magna Graecia), an der nördlichen Ägäis und am Schwarzen Meer aus. In Kleinasien waren Griechen bereits vorher ansässig. In dieser Zeit (etwa zwischen 750 und 650 v. Chr.) wurden auch die Homerischen Epen (Ilias und Odyssee) schriftlich fixiert, die ältesten Literaturdenkmäler des Abendlands; auch Hesiod wirkte um diese Zeit (700 v. Chr.) (siehe auch: altgriechische Literatur)

Entstehung der Polis

Zugleich bildete sich das System der griechischen Stadtstaaten, der Poleis heraus, wobei die Mehrzahl nur über eine sehr kleine Bevölkerung verfügte. Der werdende Militärstaat Sparta im Süden der Peloponnes unterwarf zwischen 720-600 v. Chr. Messenien und kontrollierte damit den gesamten südwestlichen Teil der Halbinsel. Die Stadt mit ihrer oligarchischen Verfassung kann als das erste Beispiel der fortan beherrschenden Polis-Struktur gelten.
Auch in vielen anderen griechischen Stadtstaaten regelten Verfassungen das Zusammenleben der Bürger, aber auch die Tyrannis, wie sie um 650 v. Chr. beispielsweise in Korinth und Megara bestand, war keine Seltenheit. In Athen bildete sich Schritt für Schritt ein demokratisches System heraus. Nach den Gesetzgebungen Drakons (621 v. Chr.) und Solons (594/593 v. Chr.) gelang es Peisistratos und seinen Söhnen etwa zwischen 561 und 510 v. Chr. zwar noch einmal, eine Tyrannis zu errichten. Bis 501 v. Chr. brachten die Reformen des Kleisthenes von Athen aber den endgültigen Durchbruch für die attische Demokratie.

Blütezeit Athens

Mit Athens Unterstützung der kleinasiatischen Griechenstädte im Ionischen Aufstand um 500 v. Chr. begann ein annähernd zweihundertjähriger Konflikt mit dem Perserreich, zunächst in Gestalt der Perserkriege, über die uns der "Vater der Geschichte", der Historiker Herodot, mal mehr, mal weniger zuverlässig informiert. Als die Perser zu einer Strafexpedition in Griechenland einfielen, wurden sie 490 v. Chr. von den Athenern in der Schlacht bei Marathon besiegt. Zehn Jahre später unterlag der persische Großkönig Xerxes I. der athenischen Flotte unter Themistokles in der Seeschlacht von Salamis und 479 v. Chr. den vereinigten Heeren der griechischen Poleis in der Schlacht von Plataiai. Persien war vorerst zurückgedrängt, während die griechischen Poleis in Kleinasien befreit wurden. Kleinasien Mit der Gründung des Attischen Seebunds 477 v. Chr. unter der Vorherrschaft Athens setzte die Blütezeit der Stadt ein, die bis zum Ende der Regierungszeit des Perikles im Jahr 429 v. Chr. reichte. Damals entstanden einige der bedeutendsten philosophischen, literarischen und architektonischen Werke der griechischen Antike, etwa die Tragödien von Aischylos, Sophokles und Euripides oder der Parthenontempel auf der Akropolis. Auch der Philosoph Sokrates, der Lehrer Platons, wirkte damals in Athen.

Kampf um die Hegemonie

Die zunehmende Rivalität zwischen der Seemacht Athen und der Landmacht Sparta mündete 431 v. Chr. in den fast 30 Jahre währenden Peloponnesischen Krieg, den der Historiker Thukydides eindringlich beschrieb. Der sehr wechselhaft verlaufende Konflikt endete, auch aufgrund der Unterstützung Spartas durch das Perserreich, 404 v. Chr. mit der vollständigen Niederlage Athens und der Errichtung einer zeitweiligen spartanischen Hegemonie über Griechenland.
In der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. führten die griechischen Städte einen fast permanenten Krieg aller gegen alle - in wechselnden Koalitionen und unter fortwährender Einmischung der Perserkönige, wobei die Sehnsucht nach einem allgemeinen Frieden auch zu propagandistischen Zwecken eingesetzt wurde (siehe den Königsfrieden von 386 v. Chr.). Theben löste Sparta 371 v. Chr. nach der Schlacht von Leuktra als Hegemon ab, doch auch Thebens Vorherrschaft war nur von kurzer Dauer; der Peloponnesische Krieg hatte somit, wie sich im Nachhinein zeigte, das Machtgleichgewicht nachhaltig destabilisiert. Auf Sizilien behauptete sich derweil das mächtige Syrakus gegenüber der Handelsrepublik Karthago, welche mit den griechischen Poleis ("Westgriechen") seit dem frühen 5. Jahrhundert v. Chr. im Konflikt lag. Auf Sizilien hielt sich zudem, im Gegensatz zum Mutterland, in vielen Städten die Tyrannis als Regierungsform (siehe Dionysios I. von Syrakus, Agathokles von Syrakus und andere). Dem andauernden Machtkampf im griechischen Mutterland machte erst die gewaltsame Einigung Griechenlands durch Philipp II. von Makedonien ein Ende. Der von Athenern wie Demosthenes als nicht-griechischer Barbar betrachtete König errang mit seinem glänzend geschulten Heer in der Schlacht von Chaironeia 338 v. Chr. die Hegemonie über Hellas, die im Jahr darauf im Korinthischen Bund bekräftigt wurde.

Zeit des Hellenismus (336 bis 30 v. Chr.)

Hellenismus Nach der Ermordung Philipps 336 v. Chr. führte sein Sohn Alexander der Große ein griechisch-makedonisches Heer nach Asien und eroberte in wenigen Jahren das gesamte Perserreich. Der Alexanderzug bahnte der griechischen Kultur im ganzen damals bekannten Orient den Weg, von Ägypten über Mesopotamien und Persien bis zu den Grenzen Indiens. Nach Alexanders Tod 323 v. Chr. in Babylon teilten seine Nachfolger, die Diadochen, in lange währenden Kriegen das Reich unter sich auf. In allen Teilreichen - vom ptolemäischen Ägypten im Westen bis zum Seleukidenreich im Osten - bildete der Hellenismus in den folgenden Jahrhunderten die prägende Kultur. Das Zeitalter des Hellenismus war geprägt von einem fast andauernden Kampf der drei Großmächte (Ptolemäer, Seleukiden und Antigoniden) um die Vorherrschaft. Rom intervenierte zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. in Griechenland. 146 v. Chr. unterstellte das Römische Reich die Mitglieder des unterlegenden Achaiischen Bundes der Provinz Macedonia; Korinth als führende Polis wurde zerstört. Jedoch blieben viele Poleis wie Athen und Sparta zumindest vorerst formell unabhängig. Bald darauf folgte der Erwerb Pergamons und 64/63 v. Chr. die Beseitigung der Überreste des Seleukidenreiches. Als letzter Nachfolgestaat des Alexanderreichs wurde im Jahre 30 v. Chr. das ptolemäische Ägypten, dessen letzte Herrscherin Kleopatra VII. war, ins Römische Reich eingegliedert. Damit war die hellenistische Staatenwelt als machtpolitischer Faktor ausgelöscht. Die griechische Kultur jedoch lebte mit unverminderter Kraft im Römischen Reich fort und prägte es bis zu seinem Untergang im Westen 476 und darüber hinaus bis in die Zeit des Byzantinischen Reiches.

Römisches Reich

Nach den Griechen wurden die Römer zu den zweiten Trägern und Vermittlern der antiken Kultur. Je weiter sie als Eroberer in die Länder der Levante vordrangen, desto stärker ließen sie sich von deren Kultur beeinflussen. Literatur, Philosophie, Kunst, Architektur und Alltagskultur der Griechen wurden von den Römern dann auch im westlichen Mittelmeerraum verbreitet - und weit darüber hinaus bis zum Rhein und zu den britischen Inseln.

Ursprünge Roms

Rom, der Legende nach 753 v. Chr. gegründet, entstand neueren Forschungen zufolge erst gegen Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. aus dem Zusammenschluss mehrerer dörflicher Siedlungen an einer Furt am Unterlauf des Tibers. Politisch und kulturell stand Rom lange unter etruskischem Einfluss. Die Etrusker wiederum unterhielten schon früh Kontakt mit griechischen Kolonisten.

Die Römische Republik (ca. 500 bis 27 v. Chr.)

Römische Republik Um 500 v. Chr. befreiten sich die Römer vom etruskischen Stadtkönigtum und bildeten wohl um 475 v. Chr. eine republikanische Regierungsform aus. In den Zwölftafelgesetzen, die um 450 v. Chr. entstanden, wurden die ersten zivil-, straf- und prozessrechtlichen Normen des römischen Rechts festgehalten. Die Verfassung sah von da an ein Zusammenwirken der drei Institutionen Senat, Magistratur und Volksversammlung vor, die sich in ihrer Macht theoretisch gegenseitig beschränkten. Die offizielle Bezeichnung der Republik lautete S.P.Q.R. für Senatus Populusque Romanus (dt.: Senat und Volk von Rom). Faktisch dominierte jedoch der Senat, der sich aus Angehörigen der adligen Familien, der Patrizier zusammensetzte. Aus ihm gingen auch die Konsuln hervor, die beiden auf ein Jahr gewählten obersten Magistrate der Republik. Das höchste den nichtadligen Plebejern zugängliche Amt war das des Volkstribunen, der ein Vetorecht gegen Senatsbeschlüsse besaß. Vetorecht Bis zum Jahr 272 v. Chr. unterwarfen die Römer ganz Italien südlich der Poebene. In den Punischen Kriegen gegen die Seemacht Karthago im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. begann der Aufstieg Roms zur antiken Supermacht, die für Jahrhunderte die gesamte Mittelmeerwelt beherrschte. Nach 200 v. Chr. mischte sich Rom auch in die Politik der hellenistischen Großmächte ein und wurde zur Protektoratsmacht im östlichen Mittelmeerraum. 148 v. Chr. wurde das Makedonien der Antigoniden, 63 v. Chr. das Reich der Seleukiden, und schließlich 30 v. Chr. das Ägypten der Ptolemäer römische Provinz. Gleichzeitig kam es jedoch im Inneren zu einer ganzen Reihe von Krisen, in denen der Kampf der an den überkommenen sozioökonomischen Strukturen festhaltenden Optimaten gegen die auf Reformen drängenden Popularen sich spiegelte. In der Epoche der Bürgerkriege erreichte die Krise der späten Römischen Republik ihren Höhepunkt und es zeichnete sich ab, dass die Republik als solche sich überlebt hatte: So wurde der Prinzipat möglich. Bereits Gaius Julius Caesar hatte als Diktator auf Lebenszeit (dictator perpetuus) eine quasi-monarchische Stellung erlangt. Als erster römischer Kaiser gilt jedoch sein Großneffe und Erbe Augustus, dem es gelang, mit dem Prinzipat eine dauerhafte monarchische Staatsordnung an die Stelle der zerrütteten Republik zu setzen.

Die Römische Kaiserzeit (27 v. Chr. bis 284 n. Chr.)

Das von Augustus errichtete Kaiserreich (Prinzipat) wurde von ihm und seinem Nachfolger Tiberius noch sicher geführt. Unter Caligula, Claudius und Nero kam es nach einem Krisenjahr (Vierkaiserjahr) zum Regierungsantritt der Flavier (Vespasian, Titus, Domitian) die insgesamt recht erfolgreich herrschten. Nach der Ermordung Domitians folgte allerdings eine weitere Krise des Herrschaftssystems, die jedoch unter den so genannten Adoptivkaisern weitgehend behoben werden konnte. Das Imperium erlebte seine größte Blüte und Ausdehnung denn auch unter eben diesen Adoptivkaisern in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts (Expansion unter Trajan, Rücknahme und Sicherung der Grenzen unter Hadrian). Bald nach der Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr. wuchs jedoch der Druck auf die Reichsgrenzen immer stärker an. Im Norden und Nordosten bedrängten die Germanen, im Osten die Parther (die sich trotz mancher Niederlage behaupten konnten) und später die Sassaniden das Reich. Mit dem Tod von Mark Aurel, dem Philosophenkaiser im Geiste der Stoa, der sich entgegen seinen Neigungen bald nach Übernahme der Herrschaftsfunktionen nahezu ständig zu kriegerischer Verteidigung der Reichsgrenzen genötigt sah, endete im Jahre 180 ein Zeitalter, das viele als ein goldenes begriffen hatten – was aber wohl nur mit Abstrichen gelten kann. Nach dem schwachen Commodus stabilisierten die Severer die Grenzen wenigstens teilweise, bevor es unter den so genannten Soldatenkaisern zur Reichskrise des 3. Jahrhunderts kam, die geprägt war von raschen Regierungswechseln, zentrifugalen Tendenzen im Inneren (Abspaltung des Imperium Galliarum; Verlust mehrerer Provinzen an Palmyra) und dem stetig wachsenden Druck auf die Grenzen. Neben den verschiedenen Germanenstämme (wie die Alamannen und Goten), übte vor allem das Sassanidenreich im Osten einen enormen Druck aus. Nach dem Sturz des letzten Partherkönigs im Jahr 224, erneuerten die Sassaniden das Perserreich in Anlehnung an das Reich der Achämeniden. Großkönig Schapur I. besiegte mehrmals ein römisches Heer und nahm Kaiser Valerian sogar gefangen – ein einmaliger Vorgang in der römischen Geschichte. Auch die Nachfolger Schapurs sollten sich den Römern als in der Regel gewachsene Gegner erweisen.

Die Spätantike (284 bis 565/632 n. Chr.)

Es gelang gegen Ende des 3. Jahrhunderts mit der Einführung der Tetrarchie durch Kaiser Diokletian noch einmal eine Stabilisierung des Reiches zu erreichen. Diese Zeit der beginnenden Spätantike ist gekennzeichnet von Umbrüchen. Die Anerkennung und Privilegierung des Christentums unter Kaiser Konstantin I. (welches vorher teils blutig verfolgt worden war) stellte bereits eine wesentliche Abkehr von der antiken Kultur dar, insbesondere von der antiken Philosophie und dem Religionspluralismus.
Ein letzter Versuch, die heidnischen Kulte durch die Verbindung mit neuplatonischem Gedankengut wieder zu beleben, scheiterte mit dem Tod Kaiser Julians im Jahr 363; alle nachfolgenden Kaiser waren Christen.
Valentinian I. stabilisierte den Westen des Reiches, doch kam es im Zuge der Völkerwanderung 378 zur Schlacht von Adrianopel und zu einer neuen Krisenzeit. Kaiser Theodosius I. wiederum konnte den Osten des Reiches stabilisieren und war zugleich der letzte Kaiser, der über das gesamte Imperium Romanum herrschen sollte; er erklärte das Christentum schließlich zur Staatsreligion. Allerdings lassen sich noch bis mindestens in das 6. Jahrhundert hinein Heiden auf dem Boden des Imperiums nachweisen. Nach der Teilung des Reiches unter den Söhnen des Kaisers Theodosius 395 erwies sich letztlich nur das von Konstantinopel (Byzanz) aus regierte, überwiegend griechischsprachige Oströmische Reich auf Dauer als lebensfähig (Latein blieb hier aber noch bis ins 7. Jahrhundert Amtssprache). Das so genannte Weströmische Reich hatte dem Ansturm der Hunnen und Germanen immer weniger entgegenzusetzen. Es kam zu einer langsamen Auflösung des weströmischen Heeres, während die Germanen von mehreren Westprovinzen direkten Besitz ergriffen und dabei an die Stelle der römischen Autoritäten traten. Die Veränderungsprozesse im Zuge der Völkerwanderung scheinen dabei bei weitem nicht so einfach gewesen zu sein, wie man lange glaubte, und sind heute wieder Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion. 410 wurde Rom von den Westgoten, 455 von den Vandalen geplündert. Im Jahr 476 setzte der Germanenfürst Odoaker, ein Skire, den letzten Westkaiser Romulus Augustulus ab (obwohl der letzte anerkannte Westkaiser Julius Nepos noch bis 480 lebte) und unterstellte sich der nominellen Oberherrschaft des oströmischen Kaisers.
Die traditionelle Geschichtsschreibung sah in diesem damals nur wenig beachteten Akt oft das "Ende der Antike"; heute ist man von dieser Sichtweise abgekommen. Vielmehr wird das 6. Jahrhundert heute meist mit gutem Grund noch zur Antike gezählt. Der oströmische Kaiser Justinian I. (527-565) versuchte noch einmal mit recht beachtlichem Erfolg eine Wiederherstellung des Gesamtreiches, die letztlich jedoch nicht gelang - zumal an der Ostgrenze die Sassaniden das Reich weiter unter Druck setzten. Im Oströmischen Reich lebten antike Kultur und Geisteswelt aber noch bis weit ins Mittelalter fort, allerdings bildete hier die arabische Expansion des 7. Jahrhunderts einen deutlichen Einschnitt, der das spätantike frühbyzantinische Reich vom Byzanz des Mittelalters trennte.

Bedeutung und Nachwirken der Antike

Die Bedeutung der Antike für den weiteren Verlauf der Weltgeschichte kann gar nicht hoch genug veranschlagt werden. In dieser Epoche liegen die Wurzeln für die Entwicklung der westlichen Welt. Ionische Naturphilosophie, attische Demokratie, römisches Recht und religiöser Pluralismus waren Hinterlassenschaften, an die neuzeitliche Aufklärer, Staatstheoretiker, Naturwissenschaftler, Menschenrechtsverfechter u.a.m. anknüpfen konnten. Bis heute erhaltene Zeugnisse der Antike sind - neben überlieferten Texten philosophischer, literarischer oder historischer Natur - zahlreiche Objekte der griechischen und römischen Kunst: von großen Skulpturen bis zur Kleinkunst, Töpferei etc. Wichtige Antikensammlungen befinden sich in Rom, Athen, Neapel, Paris, London, München, St. Petersburg, Wien und Berlin. Für die Kenntnis des antiken Alltags sind vor allem archäologische Ausgrabungen wie die in Pompeji, Olympia, Delphi oder Pergamon von Bedeutung. Als man im Italien des 15. Jahrhunderts die erhaltenen (meist römischen) Überreste neu zu schätzen lernte und in der Kunst nachahmte, bezeichnete man dies als Renaissance, als Wiedergeburt der Antike. Es muss jedoch beachtet werden, dass die Antike dem Mittelalter auch nie völlig entschwunden war und es, neben den Byzantinern und Arabern, unter anderem der Tätigkeit der Mönche und der Karolingischen Renaissance zu verdanken war, dass nicht noch mehr verloren ging. In der neueren Forschung wird auch betont, dass durchaus gewisse Kontinuitätslinien zwischen der Antike und dem Mittelalter bestehen. Seit dem 18. Jahrhundert trat infolge der Arbeiten von Johann Joachim Winckelmann die klassische griechische Kunst zunehmend ins Zentrum des Interesses. Im 19. Jahrhundert sprach man im Zusammenhang mit den Arbeiten von Architekten und Künstlern wie Karl Friedrich Schinkel, Franz Karl Leo von Klenze und Berthel Thorwaldsen von der "Renaissance der griechischen Antike", heute vom Neuhumanismus. Vor allem aber setzte die Wiedergeburt des antiken Geistes in der Renaissance der jahrhundertelangen Dominanz religiösen Denkens ein Ende und mündete schließlich in die Epoche der europäischen Aufklärung und in die Moderne. Fast alle Ideen der neuzeitlichen Aufklärung haben antike Vorläufer. Ohne griechische Wissenschaft und Philosophie, ohne das römisches Recht, ohne Architektur und Kunst von Griechen und Römern sind die neuzeitliche westliche Kultur und Zivilisation nicht denkbar. Siehe auch: Klassizismus, Philosophie der Antike

Quellen in Auswahl

Der Großteil der antiken Literatur (und damit auch der Geschichtsschreibung) ist uns nicht erhalten, sodass unser Wissen über die Antike zum Teil sicher durch Überlieferungszufälle verzerrt wird. Man hat geschätzt, dass uns kaum 10% der griechischen Literatur überliefert ist (siehe H. Strasburger: Umblick im Trümmerfeld der griechischen Geschichtsschreibung, in: Historiographia antiqua, Festschrift W. Peremans, Leuven 1977, S. 3-52). In Teilen sieht es besonders trostlos aus (Hellenismus), in anderen Bereichen etwas besser (klassische Zeit Griechenlands sowie Spätantike). Insgesamt ist die Quellenlage jedoch problematisch. Neben den erzählenden Quellen müssen natürlich auch Inschriften und Reden sowie archäologische und numismatische Quellen etc. herangezogen werden. Eine Zusammenfassung mit ausführlichen Angaben bieten die entsprechenden Artikel (Geschichtsschreibung) im Pauly (RE; KlP; DNP) oder anderen Lexika. Im folgenden seien einige der wichtigsten (erhaltenen) antiken Autoren genannt.
- Herodot, Historien
- Thukydides, Der Peloponnesische Krieg
- Xenophon, Hellenika
- ders., Der Zug der Zehntausend
- Arrian, Alexanders des Großen Zug durch Asien
- Pausanias, Beschreibung Griechenlands
- Plutarch, Große Griechen und Römer
- Polybios, Historien
- Livius, Römische Geschichte
- Diodor, Bibliothek
- Sallust, Die Verschwörung des Catilina
- ders., Der Krieg gegen Jugurtha
- Caesar, Der Gallische Krieg
- ders., Der Bürgerkrieg
- Tacitus, Annalen
- ders., Germania
- Flavius Josephus, Der jüdische Krieg
- Sueton, Leben der Caesaren
- Ammianus Marcellinus, Res Gestae
- Zosimos, Neue Geschichte
- Anonymus, Historia Augusta
- Prokopios von Caesarea, Kriege, Bauten und Geheimgeschichte Eine äußerst wichtige Sammlung stellt Jacoby dar: Felix Jacoby, Fragmente der Griechischen Historiker (FGrHist), Berlin (später Leiden) 1923 ff. [http://www.klassphil.uni-muenchen.de/%7Ewaiblinger/jacoby.html Vorläufiges Register]

Literatur

Allgemein: Ausführliche Angaben sind entweder den Bibliographien der unten genannten Werke (besonders sei dabei auf The Cambridge Ancient History und Oldenbourg Grundriss der Geschichte hingewiesen) zu entnehmen oder den Bibliographien, die in der HU-Linkliste aufgeführt sind (siehe beispielsweise [http://www.uni-essen.de/geschichte/alte_seite/6A1-HilfsmittelAG.htm Bibliographie des Hist. Seminars der Uni Essen]). Zu den in der Alten Geschichte üblichen Ankürzungen vgl. neben den Lexika auch [http://www.archeolinks.com/aristarchos.htm Aristarchos].

Einführungen


- Manfred Clauss: Einführung in die alte Geschichte, München 1993.
- Rosemarie Günther: Einführung in das Studium der Alten Geschichte, Paderborn 2001.

Allgemeine Überblickswerke


- The Cambridge Ancient History, diverse Hrsg., 14. Bde. (teils in Teilbänden), 2. völlig neubearb. Aufl., Cambridge 1970ff. Umfassende und sehr wichtige Gesamtdarstellung des Antike. Die zweite Aufl. ist vollständig neubearbeitet worden.
- Geschichte der Antike. Ein Studienbuch, hrsg. von H.-J. Gehrke und H. Schneider, Stuttgart 2000. ISBN 3-476-01455-X Grundlegende Einführung!
- Geschichte kompakt Antike der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft; noch im Entstehen begriffen. Gute Einführungen mit einem teils hervorragenden, in die Darstellung integrierten Forschungsüberblick (z.B. R. Schulz, Athen und Sparta, Darmstadt 2003).
- Das Erste Europa, 1000 v. Chr. – 500 n. Chr. (Handbuch der Geschichte Europas, Band 1), von Wolfgang Schuller, Stuttgart 2004. Sehr knappe Darstellung der Ereignisgeschichte, wofür eine gute strukturelle und forschungsgeschichtliche Darstellung geboten wird.
- Oldenbourg Grundriss der Geschichte, hrsg. von Jochen Bleicken und anderen, Bd. 1-4, versch. Auflagen, München 1980 ff. Dreiteilung jedes Bandes: 1) sehr knappe Darstellung, 2) Forschungsüberblick und 3) umfassende Bibliographie. Unersetzbar für den Einstieg in die wissenschaftliche Arbeit!
- Oldenbourg Geschichte Lehrbuch: Antike, hrsg. von Eckhard Wirbelauer, München 2004. Umfassender und zugleich origineller, witziger Einstieg in die antike Geschichte, der alle wichtigen Themen abdeckt; die Ereignisgeschichte wird aber nur sehr, sehr knapp behandelt.

Chronologisch geordnete Darstellungen neueren Datums

Älteren Datums, aber immer noch sehr nützlich, sind die Darstellungen zur griechischen Geschichte von Karl Julius Beloch, Georg Busolt und Eduard Meyer.
- Hermann Bengtson: Griechische Geschichte. Von den Anfängen bis in die römische Kaiserzeit, Handbuch der Altertumswissenschaft III. 4, Reprint der 5. durchgesehen und erg. Auflage von 1977, München 1996. ISBN 3-406-06660-7 (als Ausgabe ohne wissenschaftlichen Apparat: Griechische Geschichte, 9. Auflage, München 2002. ISBN 3-406-02503-X)
- Detlef Lotze: Griechische Geschichte. Von den Anfängen bis zum Hellenismus. München 2000. (Siehe auch weitere Bände aus dieser Reihe von Baltrusch, Bringmann, Brandt, Funke, Mischa Meier, Welwei etc. Jedoch: nur für den ersten Überblick geeignet.)
- Michael Stahl: Gesellschaft und Staat bei den Griechen, 2 Bde., Paderborn 2003. Sehr gutes Überblickswerk.
- Oswyn Murray: Das frühe Griechenland, München 1982. Ausgezeichnete Darstellung der griechischen Frühzeit bis hin zu den Perserkriegen.
- Simon Hornblower: The Greek World, Routledge Ancient History, 3. Aufl., London-New York 2002. Hervorragende Gesamtdarstellung der "klassischen Zeit".
- John K. Davies: Das klassische Griechenland und die Demokratie, München 1982.
- Christian Meier: Athen. Ein Neubeginn der Weltgeschichte, Berlin 1993. Großartige Gesamtdarstellung Athens im 5. Jahrhundert, aber ohne Fußnoten, dafür gut geschrieben.
- Frank W. Walbank: Die hellenistische Welt, München 1983.
- Graham Shipley: The Greek World after Alexander, Routledge Ancient History, London-New York 2000. Mit die beste Gesamtdarstellung des Hellenismus.
- Ernst Kornemann: Weltgeschichte des Mittelmeerraumes. Von Philipp II. von Makedonien bis Muhammed, München 1967.
- Hermann Bengtson: Grundriss der Römischen Geschichte mit Quellenkunde. Republik und Kaiserzeit bis 284 n. Chr., Handbuch der Altertumswissenschaft III. 5, München 1982. ISBN 3-406-08617-9
- Klaus Bringmann: Geschichte der römischen Republik, München 2002. Solide Darstellung.
- Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit, 4. aktual. Aufl., München 2002. Beste deutsche Darstellung der Kaiserzeit bis Konstantin dem Großen.
- David S. Potter: The Roman Empire at bay. AD 180-395. Routledge History of the Ancient World, London u.a. 2004. ISBN 0-415-10058-5 Hervorragende Darstellung, die auch soziokulturelle Aspekte mit einbezieht.
- Alexander Demandt: Die Spätantike, Handbuch der Altertumswissenschaft III. 6, München 1989. (als inhaltlich gekürzte Ausgabe ohne wissenschaftlichen Apparat: Geschichte der Spätantike, München 1998. ISBN 3-406-44107-6)
- Averil Cameron: The Mediterranean World in Late Antiquity. AD 395-600, London/New York 1993 Eine ganz ausgezeichnete englische Einführung in die Spätantike.
- Arnold H. M. Jones: The Later Roman Empire 284-602. A Social, Economic and Administrative Survey, 3 Bde., Oxford 1964 (ND in 2 Bde. Baltimore 1986). Umfassendste moderne, von einem Autor verfasste Darstellung der Spätantike, jedoch durch die Faktendichte teils schwer lesbar und inzwischen teilweise überholt.

Spezialisiertere Darstellungen


- Jochen Bleicken: Verfassungs- und Sozialgeschichte des Römischen Kaiserreiches, 2 Bde., Paderborn, München, Wien, Zürich 1981
- Ders.: Die athenische Demokratie, 4. Aufl., Stuttgart 1995.
- Donald Kagan: The Peloponnesian War, London 2003. Siehe auch Kagans vierbändige Darstellung des Pelop. Krieges; hier eine intelligente und zusammenfassende Darstellung für ein breiteres Publikum.
- Karl-Wilhelm Welwei: Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999. Detaillierte Darstellung der Politik Athens und dessen Aufstieg zur Hegemonialmacht.
- Karl-Wilhelm Welwei: Sparta. Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht, Stuttgart 2004. Wohl die beste deutschsprachige Darstellung der Geschichte Spartas.
- Karl-Wilhelm Welwei: Die griechische Polis. Verfassung und Gesellschaft in archaischer und klassischer Zeit, 2. Aufl., Stuttgart 1998.
- Josef Wiesehöfer: Das antike Persien. Von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr., 3. Auflage, Artemis und Winkler, Düsseldorf/Zürich 2002. Gutes Überblickswerk bezüglich des antiken Persiens; dort auch weitere Hinweise.

Lexika


- RE: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, hrsg. von G. Wissowa et al., in 2 Reihen. Stuttgart 1894–1980. (Pauly-Wissowa) Trotz des Alters in seiner Gesamtheit nicht überholtes Grundlagenwerk.
- KlP: Der Kleine Pauly, Lexikon der Antike, hrsg. von K. Ziegler – W. Sontheimer, 5 Bde., Stuttgart – München 1964–1975. Hervorragendes Lexikon auf Grundlage der RE, jedoch mit verkürzten und neugeschriebenen Artikeln.
- DNP: Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike, hrsg. von H. Cancik - H. Schneider, Stuttgart – Weimar 1996 ff. Teils stark schwankende Qualität der Beiträge.
- LAW: Lexikon der Alten Welt, hrsg. von C. Andresen et al., Zürich – Stuttgart 1965.
- RGA: Reallexikon der germanischen Altertumskunde, begründet von Johannes Hoops, 2., völlig neu bearb. und stark erw. Aufl., hrsg. von Heinrich Beck - Herbert Jankuhn - Hans Kuhn - Kurt Ranke - Reinhard Wenskus, Berlin-New York 1973 ff. Noch im Entstehen begriffene Neubearbeitung des wichtigen Lexikons von Hoops.
- OCD: The Oxford Classical Dictionary, hrsg. von S. Hornblower - A. Spawforth, verbesserte 3. Aufl., Oxford 2003. Bestes einbändiges Lexikon über die Antike mit teils herausragenden Artikeln.
- RAC: Reallexikon für Antike und Christentum, hrsg. von Th. Klauser et al., Stuttgart 1950 ff. Noch nicht abgeschlossen; besonders Augenmerk gilt der Spätantike.

Klassische, teils veraltete Darstellungen


- Edward Gibbon: Verfall und Untergang des römischen Imperiums, 6 Bde, dtv, München 2003 (Zum ersten Mal komplett und ungekürzt bis zum Ende Westroms, die Geschichte von Byzanz ist immer noch ausgespart.)
- Karl Julius Beloch: Griechische Geschichte, 4 Bde. in 8 Teilbände, Straßburg 1893ff., 2. überarb. Aufl. 1912ff. (Bedeutende, aber nicht immer unumstrittene Darstellung.)
- Johann Gustav Droysen: Geschichte des Hellenismus, Berlin 1877.
- Theodor Mommsen: Römische Geschichte, Berlin 1902.
- Georg Wissowa: Religion und Kultus der Römer, Beck, München 1902; 2. Aufl. 1912, Nachdruck 1971 (Handbuch der Altertumswissenschaft V.4) ISBN 3-406-03406-3
- Eduard Meyer: Caesars Monarchie und das Prinzipat des Pompejus. Innere Geschichte Roms von 66 bis 44 v. Chr., 1918; 3. Aufl. 1922
- Helmut Berve: Sparta, Bibliographisches Institut, Leipzig 1937 (politisch stark gefärbt)
- Matthias Gelzer: Julius Caesar. Der Politiker und Staatsmann, 3. Aufl., Callwey, München 1941.

Siehe auch für einen detaillierteren Überblick


- Portal:Antike Übersichtsportal, siehe dort für weitere Angaben zu den einzelnen Epochen.
- Liste antiker Stätten
- Philosophie der Antike
- Staatsformen der Antike
- Dunkle Jahrhunderte
- Perserreich
- Antikes Griechenland
- Hellenismus und Diadochen
- Römisches Reich
- Römische Republik
- Römische Kaiserzeit
- Weströmisches Reich
- Byzantinisches Reich
- Spätantike
- Untergang des Römischen Reiches
- [http://la.wikipedia.org Die lateinische Wikipedia]

Anderes thematisch Verwandtes


- Griechische Literatur
- Römische Literatur
- Mythologie
- Gesellschaft für antike Philosophie

Weblinks


- [http://ag.geschichte.hu-berlin.de/site/lang__de/3853/Default.aspx Umfangreiche und hervorragend ausgesuchte Linkliste der HU Berlin.]
- [http://www.kirke.hu-berlin.de/vl/vlagdt.html KIRKE - Wohl das beste Linkportal in deutscher Sprache zum Thema Antike.]
- [http://www.perseus.tufts.edu/ Perseus Project - antike Texte mit englischer Übersetzung, und gleichzeitig wohl die wichtigste Quellensammlung zur antiken Geschichte im Netz.]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi - Umfangreiche Materialsammlung für Alte Sprachen und Antike Geschichte im Gymnasialunterricht und darüber hinaus.]
- [http://www.livius.org/ Livius.org (englisch) - mit teils sehr empfehlenswerten Artikeln]
- [http://elearning.unifr.ch/antiquitas/index.php?lang=2&antiquitas=cc95589a8f137bed667e87eca4461e11 Antiquitas - Einführung in die Alte Geschichte]
- [http://rsw.beck.de/rsw/shop/default.asp?docid=155108 Linkliste, erstellt von Prof. Hartmut Leppin (ergänzend zu seiner Einf

Heiligenlegende

Eine Heiligenlegende ist die erbauliche Lebensbeschreibung eines Heiligen. Zuerst mündlich überliefert, später schriftlich notiert und mit Anekdoten und reich geschmückten Bildern ausgeschmückt und verziert. Eine Heiligenlegende berichtet über das Leben, die Taten und die Wunder eines Heiligen und hebt die Besonderheiten dieses Menschen hervor. Siehe auch: Hagiographie Kategorie:Literaturgattung Kategorie:Religiöse Literatur Kategorie:Biographie, Vita

Lebenslauf

Der Lebenslauf, auch Curriculum Vitae (CV) oder Vitae cursus genannt, listet die wichtigsten individuellen Daten einer Person auf. Er wird in den meisten Fällen in tabellarischer Form dargestellt, kann aber in Ausnahmefällen auch Textform annehmen. Die Erstellung erfolgt mit Textverarbeitungsprogrammen und nicht mit Schreibmaschinen. Bei einigen Berufsgruppen ist jedoch auch eine handschriftliche Erstellung gefordert. Ein Lebenslauf ist der wichtigste Teil der Bewerbungsmappe, entweder in der ausführlichen Form mit Anhang oder in Form einer Kurzbewerbung. Der Verfasser möchte mit dem Lebenslauf wie auch mit der gesamten Bewerbung den bestmöglichen Eindruck beim Empfänger hinterlassen. In Deutschland ist es üblich, die Daten chronologisch zu ordnen (mit den am weitesten zurückliegenden Daten angefangen), während man in anderen Ländern mit den aktuellen Daten anfängt, damit bereits bei einem groben Lesen des Lebenslaufs die wichtigsten, also aktuellen Ereignisse ins Auge springen. Diese Form wurde aus dem amerikanischen Personalmarkt übernommen und setzt sich zunehmend auch in Deutschland durch. Die Form des Lebenslaufes ist jedoch in fast allen Ländern unterschiedlich. In einigen europäischen Ländern wird der Lebenslauf der Bewerbung relativ kurz gefasst. Sollte von Seiten der ausländischen Unternehmen ein Interesse bestehen, bekommt der Bewerber einen Bewerbungsbogen (application form) zugeschickt, auf dem er detailliert seine Angaben eintragen muss. In keinem anderen Land wird jedoch das Bewerbungsfoto in einem Lebenslauf so hoch gewichtet wie in Deutschland. Datumsangaben, die sich auf Positionen im Lebenslauf beziehen, werden meist im Datumsformat „JJJJ-MM“ geschrieben, da Tagesangaben eher verwirren. Bei Angabe von nur Jahresangaben könnte ein Arbeitgeber misstrauisch werden und denken, dass der Bewerber ihm etwas verschweigen wolle. In bestimmten Unternehmen kann es sich bei einem „CV“ auch um ein sogenanntes Mitarbeiterprofil handeln, in dem die tatsächlichen Fähigkeiten des Mitarbeiters denen der Tätigkeitsbeschreibung gegenübergestellt werden. Ein Lebenslauf besteht meistens aus:
- Überschrift „Lebenslauf“
- Bewerbungsfoto (allerdings nicht im angloamerikanischen Raum üblich; oben rechts mit Name und Adresse auf der Rückseite versehen und nicht einkleben!)
- Persönliche Daten (z. B. Name, Anschrift, Telefon, E-Mailadresse, Geburtsdatum und -ort, Nationalität, Geschlecht, Familienstand, Anzahl der Kinder, eventuell die Namen und Berufe der Eltern – letzteres in der Regel nur bei Ausbildungsplätzen und auch nur dann, wenn die Berufe der Eltern / des Elternteils einen erkennbaren Zusammenhang zum Ausbildungsplatz / Berufswunsch erkennen lassen)
- Bildung (Schulen, Studium, Weiterbildungsmaßnahmen) – Abschluss angeben (Als Vorstandsvorsitzender nur das Abitur, für eine Lehrstelle auch die Grundschule) mit Schulzeugnissen.
- bisherige Berufe / Berufserfahrungen / Praktika
- sonstige Qualifikationen, Kenntnisse (EDV, Sprachen, unter Umständen (auch künstlerische oder musische) Hobbys)
- Soziale Kompetenz
- ggf. eine Auflistung eigener Publikationen
- Ort, Datum, Unterschrift; bei einer Online-Bewerbung ist die Unterschrift nicht erforderlich.

Weblinks


- [http://europass.cedefop.eu.int/ Europass-Lebenslauf] Lebenslauf-Templates der EU für europaweit einheitliche Bewerbungen
- [http://www.tex.ac.uk/cgi-bin/texfaq2html?label=cv Vorlagen] zum Erstellen eines Lebenslaufes mit TeX Kategorie:Personalwesen Kategorie:Leben ja:履歴書

Laudatio

Eine Laudatio (v. lat.: laudare = loben, preisen) ist eine Lobrede zu Ehren einer Person, meist eines Preisträgers. Sie wird vom sogenannten Laudator vorgetragen, der meist eine prominente Person aus dem öffentlichen Leben ist. Anlass für eine Laudatio kann auch die Verleihung einer Ehrendoktorwürde oder ein Jubiläum sein. Kategorie:Kommunikation

Moral

Moral (frz.: moral, v. lat.: moralis die Sitten betreffend; lat.:mos Sitte, Plural mores) beschreibt #die Gesamtheit der sittlichen Normen, Werte, Grundsätze, die das zwischenmenschliche Verhalten in einer Gesellschaft regulieren und von ihrem überwiegenden Teil als verbindlich akzeptiert oder zumindest hingenommen werden. (herrschende Moral; bürgerliche Moral) #das sittliche Empfinden / Verhalten eines Einzelnen, bzw. einer Gruppe. (hohe Moral; niedere Moral) #in der Philosophie die Lehre vom sittlichen Verhalten des Menschen (häufiger Ethik genannt) #in der Literatur die Nutzanwendung z.B. einer Erzählung ("Moral von der Geschichte") #Moral ist eine Instanz, die es uns ermöglicht in Systemen zusammenzuarbeiten, die zu komplex sind als sie in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Der Unterschied zwischen Moral und Ethik besteht darin, dass die faktische Moral teilweise emotionale Ursprünge hat (Ekel, Hass, Angst) sowie kultur- und gesellschaftsabhängig ist, die Ethik hingegen systematisch allgemeine Maßtäbe zu setzen versucht. Ethik kann auch als das Nachdenken über Moral verstanden werden, sie ist das System, innerhalb dessen die konkrete Handlung als "moralisch" bemessen wird. Als moralinsauer wird jemand bezeichnet, der sich auf die Moral beruft, sobald ihm die Argumente ausgehen. Das Wort Moral ist ein sog. Singularetantum: ein Wort, zu dem kein Plural existiert. Kategorie:Ethik ja:道徳

Philosoph

Ein Philosoph (griechisch φιλόσοφος, philósophos - Liebhaber der Weisheit) ist ein Mensch, der nach Platons Symposion die Wahrheit, das Schöne und das Gute liebt, und damit begehrt. Philosophen setzen sich philosophierend, d.h. auf fundamentale Weise, mit Fragen, die sich dem Menschen stellen, auseinander. Dies können beispielsweise Fragen über die menschliche Existenz, oder aber auch (in der gegenwärtigen akademischen Diskussion verbreitetere) Fragen abstrakterer Natur, wie beispielsweise der Frage nach dem, was es gibt (vgl. Ontologie), sein. Die vier großen Fragen der Philosophie und damit der Philosophen lauten nach Immanuel Kant: # Was kann ich wissen? (Die Grenzen des Wissens) # Was soll ich tun? (Das Maß der Freiheit) # Was darf ich hoffen? (Der Sinn des Lebens) # Was ist der Mensch? (Das Wesen der Menschen) Die Frage, wer denn nun ein Philosoph sei, lässt sich unter verschiedenen Gesichtspunkten beantworten: # Unumstritten ist die Bezeichnung "Philosoph" für die "Großen" der Philosophie (wie beispielsweise Platon, Aristoteles und Kant). # Naheliegend scheint die Bezeichnung 'Philosoph' zunächst für diejenigen, die sich (beruflich) mit der akademischen Disziplin der Philosophie beschäftigen. Sehr oft möchten sich diese aber selbst nicht als solche sehen. (Prominentes Beispiel hierfür ist Michel Foucault, der sich selbst "nur" als Kritiker sah.) Ob das nun an eigener Bescheidenheit und Hochachtung für die "Großen" liegt oder eben daran, dass man von einem Philosoph vielleicht viel Weisheit erwartet, kann hier nur vermutet werden. # Als Philosophen werden auch diejenigen bezeichnet, die sich für die oben genannten Fragen interessieren oder sich ganz allgemein durch Scharfsinn und Tiefe in ihren Gedanken auszeichnen - und eben allem auf den Grund gehen wollen. (Eine hierfür beispielhafte Bezeichnung wäre: XY ist der Philosoph unter den Köchen.)

Literatur


- Metzler Philosophen Lexikon. ISBN 3476014282
- Philosophinnen-Lexikon. ISBN 3379015849
- Philosophinnen - Von der Antike bis zur Aufklärung. ISBN 3518393774
- Philosophinnen - Von der Romantik bis zur Moderne. ISBN 3518393782

Weblinks


- http://www.philosophenlexikon.de - Philosophen-Lexikon mit zahlreichen Kurzbiografien
- http://www.anderegg-web.ch/phil/philinhalt.htm
- http://www.philosophinnen.de/
- http://www.philosophenlexikon.de/women.htm Siehe auch: Portal:Philosophie, Liste der Philosophen ! ja:思想家 th:นักปรัชญา

Feldherr

Feldherr meint den Oberbefehlshaber und bezeichnet den höchsten Militär (Soldaten) im Krieg. Nach Carl von Clausewitz bezeichnet man als Feldherr den "an der Spitze eines gesamten Krieges oder eines Kriegstheaters stehenden General".

Das Dilemma

Der Feldherr steht der politischen Spitze gegenüber und ist ihnen unterstellt. Da die von ihm allein verantworteten militärischen Entscheidungen Konsequenzen haben, wird von ihm auch in hohem Maße "Einsicht in die höheren Staatsverhältnisse" verlangt.

Aufgaben


- im Frieden Planung militärischer Optionen für politische Konflikte
- im Krieg die Wiederherbeiführung politischer Lösungen durch Zerschlagung der militärischen Handlungsfähigkeit des Gegners. Im Einzelnen sind seine Aufgaben nach Montgomery:
- Einen Kampfverband schaffen und ihn für die geplante Aufgabe vorbereiten
- Die Organisation im Stab zu schaffen, die eine effektive Führung des Kampfverbandes ermöglicht
- Den Kampfverband so in die Schlacht führen, dass er schnell die beste Wirksamkeit entwickelt (Aufmarsch)
- Im Gefecht die taktischen Grundsätze möglichst wirksam benutzen: Überraschung, Konzentration der Kräfte, Zusammenarbeit aller Waffen, Kontrolle, Einfachheit, Schnelles Handeln, Initiative, Motivation der kämpfenden Truppe.

Feldherren in der Geschichte

Leider hat es in der Geschichte genug Feldherren gegeben, die die obigen Aufgaben nicht erfüllen konnten. Die Ergebnisse waren im allgemeinen ein furchtbares Desaster. Clausewitz erwähnt auch den "Unter-Feldherren", der sich jedoch bereits im starken Maße vom Feldherren unterscheidet, da er viele Entscheidungen nicht mehr alleinverantwortlich zu tragen hat. Damit wird die Trennungslinie zum Feldherren eindeutig der zufallenden Verantwortung zugeschrieben. Da Politik und Militär in der Geschichte nicht immer strikt getrennt waren, sind auch einige Politiker und Monarchen, die im Kriegsfalle ihre Armeen befehligt haben, den Feldherren zuzurechnen.

Bekannte Feldherren

Siehe: Liste bekannter Feldherren, :Kategorie:Militärperson

Weblink


- [http://gutenberg.spiegel.de/clausewz/krieg/inhalt.htm Carl von Clausewitz: Vom Kriege] Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung

Cornelius Nepos

Cornelius Nepos (
- um 100 v. Chr.; † um 25 v. Chr.) war ein römischer Historiker und Biograf. Nepos, der aus Oberitalien (Gallia cisalpina) stammte, war befreundet mit dem neoterischen Dichter Catull, der ihm seine Gedichtsammlung widmet ([http://www.gottwein.de/Lat/catull/catull001.htm, Catull 1]), Marcus Tullius Cicero und dessen Vertrauten Titus Pomponius Atticus. Von seinen zahlreichen Werken (u. a. Geschichtsdarstellungen und eine Erdbeschreibung) sind uns nur einige Biografien aus "De viris illustribus" erhalten, nämlich die über die nichtrömischen Feldherren sowie die zum Buch der lateinischen Historiker gehörigen über Cato den Älteren und Atticus. In den Nepos-Handschriften ebenfalls überliefert sind ferner zwei Fragmente eines Briefes der Cornelia, der Mutter der Gracchen, in denen sie ihren Sohn Gaius Gracchus heftig angreift. Die Echtheit des Briefes ist allerdings umstritten. Wegen ihres schlichten Stils waren und sind die Werke des Nepos eine verbreitete Schullektüre. Im einzelnen haben sich neben Fragmenten folgende Viten erhalten: Miltiades; Themistocles, (Themistokles); Aristides, (Aristeides); Lysander, (Lysandros); Pausanias; Cimon, (Kimon); Alcibiades, (Alkibiades); Thrasybulus, (Thrasybulos); Conon, (Konon); Dio, (Dion); Iphicrates, (Iphikrates); Chabrias; Timotheus, (Timotheos); Datames; Epaminondas, (Epameinondas); Pelopidas; Agesilaus, (Agesilaos); Eumenes; Phocion, (Phokion); De regibus; Timoleon; Hamilcar, (Hamilkar); Hannibal; M.Porcius Cato; T.Pomponius Atticus.

Weblinks


-
- [http://www.doktor-flash.de/biogr/nepos/main.html Kurzbiografie über C.Nepos von Doktor Flash.]
- [http://www.gottwein.de/Lat/nep00.php Sämtliche Biografien und einige Fragmente des Cornelius Nepos lateinisch und deutsch] Nepos, Cornelius Nepos, Cornelius Nepos, Cornelius Nepos, Cornelius Nepos, Cornelius

Sueton

Gaius Suetonius Tranquillus (
- wohl um 70 n. Chr.; † ca.130-140 n. Chr. n. Chr. kurz Sueton), war ein römischer Schriftsteller und Verwaltungsbeamter. Der biographische Ansatz in Suetons populärem Werk galt lange Zeit als Vorbild für historische Arbeiten. Für die modernen Historiker gehört er außerdem zu den wichtigsten Einzelquellen der römischen Kaiserzeit.

Suetons Leben

Geburt und Familie

Sueton wurde zwischen 70 und 75 nach Christus geboren. Er stammte wahrscheinlich aus Hippo Regius, einer alten, ursprünglich phönizischen Hafenstadt westlich von Karthago, die seit dem Dritten Punischen Krieg (149-146 v. Chr.) zum römischen Imperium gehörte. Darauf weisen Fragmente einer Inschrift hin, die in Hippo Regius 1951 zum Vorschein kamen und deren Inhalt offenbar Sueton gilt. Er war der Sohn eines Militärtribuns (tribunus angusticlavius). Die Tribunen waren eine Gruppe halbberuflicher Offiziere, die den Zenturionen einer Legion vorstanden. Ihre Verwaltungsposten stellten für sie im allgemeinen nur einen Schritt in ihrer politischen Laufbahn dar, denn sie entstammten mindestens dem römischen Ritteradel (equites), so auch der Vater Suetons. Die Suetonier hatten sich bereits Generationen vorher am Kaiserhof einen Namen gemacht, und Suetons Vater, der Tribun, hatte 69 n. Chr. an der Seite des damaligen Kaisers Otho in der Schlacht von Cremona gegen Vitellius, den rebellierenden Statthalter von Südgermanien, gekämpft.

Ausbildung in den Artes Optimae

Suetons Familie war frei, sogar aristokratisch und stand in der Gunst des Kaisers. Das Leben der männlichen Familiennachkommen war dadurch vorgezeichnet: Nach dem Dienst des Vaters in Afrika kehrte die Familie Suetons offenbar nach Rom zurück. Zunächst erhielt Sueton eine standesgemäße Ausbildung in den sogenannten Artes liberales (artes optimae), den "Disziplinen, die einem Freien anstehen". Diese höhere römische Bildung hatte Politik, Rechtswesen, Rhetorik, Philosophie, Poesie, Musik, Mathematik, Astronomie und Medizin zum Inhalt. Die Fächer dieser Universalbildung standen aber nicht gleichberechtigt nebeneinander. Der Rhetorik wurde ein so großes Gewicht beigemessen, dass sie der Hauptinhalt der Artes optimae wurde. Im Anschluss an die Hochschule arbeitete der junge Sueton freiberuflich als Redner, Rechtsanwalt und Schriftsteller in Rom. Er machte dabei die Bekanntschaft mit Plinius dem Jüngeren, mit dem er sich anfreundete, und der Sueton in seinen Briefen erwähnt hat. Der einflussreiche Plinius wurde zu Suetons Förderer: Er half ihm beim Kauf eines kleinen Guts in der Nähe von Rom. Plinius sorgte bei Kaiser Trajan auch dafür, dass Sueton das Privileg des Dreikinderrechts (ius trium liberorum) verliehen bekam. Dieses Recht war eigentlich eine Steuererleichterung für Familienväter oder Mütter mit mindestens drei Kindern. Es nahm Sueton von der Ehepflicht aus, die im römischen Reich bestand. Die Ehepflicht wurde durch Androhung erbrechtlicher Nachteile durchgesetzt: So wäre Sueton beispielsweise, sobald er unverheiratet das 25. Lebensjahr überschritten hätte, für unfähig erklärt worden, Erbschaften anzutreten (caelibatus). Und selbst in einer kinderlosen Ehe (orbi) wäre Sueton dann nur die Hälfte zugefallen. Sueton bekam also ein steuerliches Privileg, zweitens vereinfachte das Dreikinderrecht den Zugang Suetons zu öffentlichen Ämterlaufbahn.

Karriere (cursus honorum)

Die weitere Karriere sah für Aristokraten folgendermaßen aus: Nach der Übergangszeit als Advokat begann man mit dem so genannten cursus honorum: Dies war eine feststehende Reihenfolge, in der ein römischer Bürger für öffentliche Ämter kandidieren konnte: Ein rangniedriges Amt war Voraussetzung für die Wählbarkeit zum jeweils höheren Amt. In der Kaiserzeit war der cursus honorum weit weniger festgefügt als in der Republik: Der Kaiser selbst oder einflussreiche Förderer wie Plinius der Jüngere konnten jungen Adligen wie Sueton einen Quereinstieg in den cursus honorum ermöglichen: Plinius verhalf Sueton zunächst zu einem Militärtribunat unter Kaiser Trajan von dem Sueton aber bald zurücktrat. Das Amt des Militärtribuns, das auch schon Suetons Vater innegehabt hatte, war Voraussetzung für eine Laufbahn in der höheren kaiserlichen Verwaltung. Plinius der Jüngere selbst wurde um 111 n. Chr. vom Kaiser Trajan zum Legaten berufen, dem nächsthöheren Rang über den Tribunen. Das Amt führte Plinius nach Bithynien, einer Gegend in Kleinasien. Der zehn Jahre jüngere Sueton gehörte für ungefähr zwei Jahre zu seinem Gefolge. Doch Plinius starb in Bithynien oder kurz nach seiner Rückkehr. So nahm Sueton seine Arbeit als Rechtsanwalt wieder auf. Seine Karriere war zunächst unterbrochen, und er hatte seinen Patron verloren.

Karriere am Kaiserhof

117 n. Chr. wurde Hadrian Nachfolger Trajans. Sueton hatte mittlerweile einen neuen Förderer kennengelernt, Septicius Clarus, der ihm zu einer Stellung als Bibliothekar im kaiserlichen Archiv verhalf. Septicius Clarus war Kommandant der kaiserlichen Leibgarde (praefecto praetorio) und war seinerseits schon der Förderer von Suetons altem Patron, Plinius, gewesen. Die Stellung des kaiserlichen Bibliothekars hieß a studiis und a bibliothecis. Später wurde Sueton sogar Kanzleisekretär von Hadrian. In dieser Funktion besaß er einen bedeutenden politischen wie verwaltungstechnischen Einfluss. Dieses Amt hieß ab epistulis und der Inhaber hatte den Briefverkehr des Kaisers zu erledigen. Epistulae, die Briefe, wurden die kaiserlichen Erlasse genannt. Hochgestellte Privatpersonen, meist aber Beamte oder Körperschaften, konnten an den Kaiser bei juristischen Problemen Anfragen stellen. Dieser ließ sie dann von seiner Kanzlei in höflicher Briefform beantworten. Im Kaisertum besaß dann diese Meinungsäußerung Gesetzeskraft, dies macht den Einfluss von Suetons Amt ab epistulis deutlich. Zu den weiteren Aufgaben des Amtes zählten die Versendung der kaiserlichen Befehle, der Briefverkehr mit den Provinzstatthaltern, die Verkündung von Ernennungen und Beförderungen und gelegentlich auch Briefverkehr mit dem Ausland.

Lebensende

Im Herbst 121 n. Chr. wurde Sueton in eine Hofintrige verwickelt (dies sagt zumindest die oft unzuverlässige Historia Augusta aus): Man warf ihm, seinem Förderer Septicius Clarus und weiteren Mitgliedern des Hofstaats Verletzung der Etikette gegenüber der Kaiserin Sabina vor und entfernte ihn vom Hof. Ziel der Aktion war nicht Sueton, sondern vielmehr die Entfernung einer alten Clique von Beamten, die schon unter Trajan gedient hatten. Da Sueton nun bei Hadrian in Ungnade gefallen war, zog er sich zurück und widmete sein weiteres Leben ausschließlich den Studien. Er wird noch bis etwa 140 n. Chr. gelebt haben, über diesen letzten Lebensabschnitt sind aber keine Informationen überliefert.

Quellenlage

Über den Biographen Sueton selbst ist keine zeitgenössische Biographie verfasst worden, deswegen ist man nur unzureichend über sein Leben informiert. Selbst die Lebensdaten kann man nur ungefähr aus seinen eigenen Werken erschließen. Es kommt erschwerend hinzu, dass von diesen Werken nicht alles überliefert ist. Einige Schriften Suetons kennt man nur aus Zitaten nachfolgender römischer Autoren. Das folgende Zitat eines Zeitgenossen Suetons, Plinius des Jüngeren, ist eine der wenigen Beurteilungen von Suetons Charakter: "Für Stubengelehrte, wie dieser einer ist, genügt weitaus soviel an Grund und Boden, wieviel sie brauchen, um ein Nickerchen zu machen." Suetons Arbeit steht im Schatten mehrerer literarischer Zeitgenossen. Er ist für die modernen Historiker nur eine von drei wichtigen direkten Informationsquellen dieser Epoche: Außer ihm schrieben noch Tacitus, der dritte Geschichtsschreiber war Plinius der Jüngere, der oben zitiert wurde. Plinius d. J. bildet gewissermaßen das Bindeglied zwischen Tacitus und Sueton, denn er war mit beiden befreundet, für den zehn Jahre jüngeren Sueton gleichzeitig Patron. Plinius, der durch eine Karriere im Staatsdienst zu großem Einfluss gekommen war, wurde selbst eher unbeabsichtigt zur Geschichtsquelle; seine Informationen sind in Form von Briefen überliefert, die er an außerhalb Roms lebende Freunde schrieb. Zusammenfassend ist also zu bemerken, dass die drei wichtigsten Historiker der frühen Kaiserzeit, Tacitus, Plinius und Sueton, nicht nur beinahe gleichaltrig waren, sondern einander sogar kannten.

Politisches und soziales Umfeld

In den anderthalb Jahrhunderten nach Augustus‘ Tod, in die auch Suetons Leben fällt, festigte sich die Alleinherrschaft der Kaiser als politisches System. Dieses System war durch keine Verfassung festgelegt, es hing völlig von der Person des jeweiligen Herrschers ab. Der Senat, die Verkörperung altrömischer Tradition, verlor immer mehr an Bedeutung und besaß höchstens noch moralische Autorität. Um so mehr stützte sich der Kaiser auf das Heer. Seine zweite Hauptstütze war die Verwaltung, die ebenso zentral gelenkt wurde, wobei den Beamten eine Schlüsselstellung zukam. So wurden Justiz, Heer und Beamte direkt vom Kaiser kontrolliert. Das Kaisertum im römischen Reich zeigte also absolutistische Tendenzen, und dies auch innenpolitisch: Die freie Meinungsäußerung, die in der republikanischen Zeit und vielfach auch unter Augustus noch gewährleistet war, wurde weitgehend eingeengt. Dies blieb nicht ohne Auswirkung auf die literarische Produktion: Beispielsweise Tiberius ließ einmal ein Geschichtswerk verbrennen, das nicht seinem Standpunkt entsprach. Unter vielen Kaisern wurden die Autoren und Geschichtsschreiber verfolgt oder sie schwiegen, um politische Schwierigkeiten von vornherein zu vermeiden. Sueton hatte das Glück, zu Beginn einer liberaleren Reihe von Kaisern geboren zu werden. Geschichtsschreibung wurde weniger gefährlich. Gleichzeitig endete eine lange Zeit von Rebellionen und Bürgerkriegen. Es liegt der Schluss nahe, dass innenpolitische Ruhe dafür sorgte, dass man die Vergangenheit literarisch verarbeitete, was Sueton in gewissem Sinne tat. Die wichtigsten Kaiser dieser "friedlichen" Zeit waren Galba (68-69), Vespasian (69-79), Trajan (98-117) und Hadrian (117-138). Die Dichter und Prosaautoren hatten bei ihrer Arbeit allerdings noch mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Ihnen fehlte die gesellschaftliche Anerkennung, denn politische Geistesarbeit stand in ungleich höherem Ansehen als literarische Geistesarbeit. Erst in späterer Zeit wurde die Schriftstellerei aufgewertet; auch für Sueton blieb sie eine Freizeitbeschäftigung.

Suetons Werke

Neben seiner täglichen Arbeit verfasste Sueton eine Vielzahl von Werken mit historischem, grammatischen und naturwissenschaftlichen Inhalten, die Mehrzahl davon in lateinischer Sprache, einige aber auch in griechischer Sprache. Der Großteil dieser Schriften ist verloren. Zum Beispiel sind von einer großen Schriftensammlung von 110 n. Chr. mit dem Namen De viris illustribus nur noch Fragmente vorhanden: In vollständiger Form enthielt es wohl Kurzbiographien von Berühmtheiten der römischen Literatur; es hatte die Kapitel Dichter, Redner, Geschichtsschreiber, Philosophen sowie Grammatiker und Rhetoren. Von dieser letzten Abteilung, Grammatiker/Rhetoren, ist etwas mehr als die Hälfte überliefert; außerdem sind zwei weitere Biographien aus anderen Abteilungen erhalten. Ansonsten kennt man De viris illustribus nur aus Zitaten nachfolgender Autoren. Aus solchen Zitaten kennt man auch noch mindestens vierzehn andere Werke Suetons, z. B. "über die Spiele der Griechen", von denen aber nichts im Original überliefert wurde. Man hat teilweise versucht, einige Werke aus den gefundenen Zitaten zu rekonstruieren.

De vita Caesarum

Fast vollständig erhalten ist das bekannteste Werk Suetons, das nach 120 n. Chr. erschien: De vita Caesarum, die Kaiserbiographien. Diese acht Bücher umfassende Schrift hat Sueton seinem Patron Septicius Clarus gewidmet. Sie enthält zwölf Biographien römischer Alleinherrscher. Zunächst eine Biographie Cäsars (bis 44 v. Chr.); dann Kaiser Augustus (27 v. Chr.-14 n. Chr.) und zehn seiner Nachfolger: Tiberius (14-37), Caligula (37-41), Claudius (41-54), Nero (54-68), Galba (68-69), Otho (69), Vitellius (69), Vespasian (69-79), Titus (79-81) und Domitian (81-96). Jede Biographie steht für sich, die Proportionen sind dabei ziemlich ungleich: Die ersten sechs Biographien mit den Herrschern aus der Familie der Julier und Claudier sind drei- bis viermal so umfangreich wie die der späteren Kaiser. Deshalb wird vermutet, dass Sueton die späteren zuerst verfasst hat.

Suetons Arbeitsweise

Sueton begann mit sorgfältiger Quellenarbeit: Er hat niemals Zeitgenossen beschrieben, sondern nur solche, die er selbst höchstens als Jugendlicher erlebt hatte. Er brauchte also Quellen, die ihm auch reichlich zur Verfügung standen -- er arbeitete ja im kaiserlichen Archiv. Sueton bediente sich nicht nur der kaiserlichen Archive, sondern auch der Senatsprotokolle, amtlicher Mitteilungen, Briefsammlungen, Memoiren und politischer Flugschriften. Er zitiert wörtlich Passagen aus anderen Werken, wie Testamenten oder Briefen. Seine Angaben sind in der Regel präzise, sowohl was die Datierung wichtiger Ereignisse als auch Amtsbezeichnungen anbelangt. Ein Beispiel hierfür ist Suetons Datierung von Tiberius‘ Geburt, für die er mehrere Quellen anführt. Er verarbeitete aber auch mündliche Nachrichten, vor allem den Klatsch am Kaiserhof. Sueton wählte die Form der Biographie, damals eine relativ junge literarische Gattung. In der Biographie gab es mehrere verschiedene Strömungen, was die Struktur betraf: Sueton entschied sich für eine Biographie, wie sie für literarische Persönlichkeiten üblich war. Diese Form stammte aus Alexandria und ging teils chronologisch, teils aber thematisch vor: Den römischen Leser interessierten vor allem der cursus honorum der Person sowie Einzelheiten aus ihrem Leben. Sueton beschäftigte sich mit Träumen, Vorzeichen, Wundern und Anekdoten. Ein Beispiel hierfür kann wieder aus der Biographie von Tiberius genannt werden: Hier verrät der Säugling Tiberius beinahe die Flucht der Eltern. Die Biographie wählte dabei wegen der besseren Übersicht jeweils einzelne Rubriken und folgte einem bestimmten Schema: 1. Herkunft -- 2. Jugend und Erziehung; bis hier geht Sueton noch chronologisch vor; 3. militärische und politische Tätigkeit -- 4. Privatleben -- 5. Vorzeichen bei Geburt und Tod -- 6. Tod, Begräbnis und Testament. In diesem Schema gibt es dabei kein einheitliches Band, das dieses Bündel von Informationen zusammenhält: Sueton füllt vielmehr das Schema so konsequent aus, dass sich der Leser leicht zurechtfindet. In der Rubrik "militärische und politische Tätigkeit" ist die Chronologie aufgehoben. Es gibt hier systematische Kategorien wie Kriegstaten, Bauten, Lebensführung u. a., schließlich wird am Ende der chronologische Faden wieder aufgenommen. Suetons Systematisierung geht bis in skurrile Details: Die Geliebten Cäsars werden geographisch geordnet nach solchen a) aus Rom, b) aus den Provinzen, c) von ausländischen Königshöfen. Sonst sind die Kategorien aber sinnvoll gewählt; es gibt z. B. eine Einteilung in Privatleben und öffentliche Leistungen, der Charakter des jeweiligen Herrschers wird beschrieben durch Fehler und Tugenden. Wichtig ist es zu betonen, dass die Biographieform, die Sueton wählte, eigentlich für Künstler üblich war. Suetons Leistung ist es gewesen, sie auf politische Persönlichkeiten zu übertragen zu haben, nachdem er das Schema schon auf seine Lebensbeschreibungen von literarischen Berühmtheiten, De viris illustribus, angewandt hatte.

Form

Sueton ordnete alles seinem Rubrikenschema unter, selbst seinen Stil: Häufig beginnt er die Kapitel oder Absätze mit dem Wort, das Thema und Gegenstand des gesamten Kapitels angibt. Seine Sprache ist einfach und klar, er verwendet einleitendes et, sed und autem; er hütete sich damit vor bombastischer Ausdrucksweise, wie sie es als eine der großen Stilrichtungen in seiner Zeit in Mode war. Man kann Sueton aber auch nicht der zweiten großen Stilrichtung, dem Archaismus zurechnen. Diese Stilrichtung bemühte sich, alte lateinische Formen zu verwenden. Vielmehr hielt sich Sueton in der Mitte dieser modischen Strömungen der Kaiserzeit, sein Stil wird klassisch genannt, es wurde aber kritisiert, dass er oft unelegant wirkt.

Wirkungsgeschichte

Sueton hat mit seinen Werken großen Einfluss auf die spätere Geschichtsschreibung ausgeübt. Suetons Spuren lassen sich bis in die Spätantike und nach Byzanz verfolgen: Es gibt beispielsweise die Historia Augusta, die nach 405 erschien. Hier setzte ein Autor namens Aurelius Victor Suetons Kaiserbiographien in vergröberter Form fort, leider ist das Werk nicht vollständig erhalten. Suetons Biographien waren auch das Muster für zwei vielgelesene christliche Werke: Der Heilige Hieronymus verfasste im fünften Jahrhundert eine Literaturgeschichte mit dem Namen De viris illustribus. Im neunten Jahrhundert orientierte sich der Biograph Karls des Großen, Einhard, an Suetons Rubrikenidee (De vita Caroli Magni). In der Renaissance schließlich ließ sich Francesco Petrarca von Sueton inspirieren (De viris illustribus).

Kritik

Im selben Maße, wie Sueton als Muster für Biographien verdrängt wurde, wuchs die negative Kritik an ihm. Es entwickelte sich, vor allem im letzten Jahrhundert, eine Ansicht, die der Historiker Funiaoli mit dem Satz "Sueton ist gar kein richtiger Schriftsteller!" zum Ausdruck brachte. Wie kam er zu dieser Behauptung? Zum einen bemängeln Funiaoli und die meisten anderen Suetons Rubrikenschema. Sie halten es für eine unglückliche Entscheidung, dass er die übliche Darstellungsform für literarische Berühmtheiten auf politische Herrscher übertrug. Die Einteilung des Lebens in Kategorien sei zu mechanisch; sie verhindere eine Einordnung in die historische Entwicklung. Selbst zusammenhängende Ereignisse habe Sueton in getrennten Rubriken angeführt. Dies ist aber nur der erste Vorwurf; der zweite betrifft Suetons Erzählfreudigkeit bei nebensächlichen Einzelheiten. Die Kritiker sagen, ein Flickenteppich von Anekdotenwürde beispielsweise eine wirkliche Analyse des Charakters von Tiberius ausschließen, und es würde sich kein psychologisch stimmiges Gesamtbild ergeben. Sueton habe seine Materialsammlung einfach kritiklos zusammengestellt, so dass Nebensächliches gleichwertig würde mit Wichtigem. Ein Beispiel: Sueton beschreibt den Waldbrand in Tiberius‘ Kindheit genauso ausführlich wie dessen Feldzüge. So würden historisch bedeutende Ereignisse erheblich an Gewicht verlieren und die historische Perspektive verzerrt werden. Diesen Kritikpunkt formulierte man auch so: Sueton habe die "Sichtweise eines Kammerdieners", seine enge Perspektive der Darstellung widerspräche der Größe der porträtierten Persönlichkeiten. Neben der Kritik an der literarischen Qualität ist auch ein gehöriges Maß an inhaltlicher Skepsis bei der Lektüre von Suetons Biographien anzuraten. Sueton übernahm die Behauptungen seiner Quellen kritiklos und zitierte so oft beispielsweise auch Aussagen von politischen Feinden der jeweiligen Personen. Viele Anekdoten basieren auf teils wilden Gerüchten und entbehren jeglicher Neutralität.

Literarische Absicht

In dieser Kritik wird jedoch außer Acht gelassen, welche Absicht Sueton überhaupt mit seinen Werken verfolgte: Tacitus und Sueton werden oft vergleichend nebeneinandergestellt. Dabei wollte Sueton nicht mit Tacitus konkurrieren, sein Ziel war es nicht, der Nachwelt eine genaue Beschreibung der Epoche zu überliefern. Sueton hatte vielmehr folgende Absicht: Er schrieb für seine Zeitgenossen. Die geschichtlichen Zusammenhänge waren diesen weitgehend bekannt, deshalb verfasste Sueton eine unterhaltsame Ergänzung zu den Schilderungen eines Tacitus. Suetons Interesse galt vielen Bereichen, so kam es ihm gelegen, die Vielzahl seiner Details in Rubriken zu ordnen. Mit seinen Anekdoten, Klatsch und allzumenschlichen Zügen entsprach Sueton dabei dem Geschmack seiner Leser: Interesse an Einzelheiten war eine typisch römische Eigenschaft. Sueton stand in der Tradition der römischen Laudatio funebris, der Grabrede. Diese Reden beim Begräbnis Verstorbener, die später aufgezeichnet wurden, waren Suetons Biographien sehr ähnlich sie wollten unterhalten oder sogar Neugier befriedigen. Diese Absicht erklärt auch, weshalb Sueton den Leser kaum politisch oder moralisch beeinflussen will: Er suchte sich die Herrscher Roms deshalb als handelnde Figuren aus, weil sie für alle Bewohner des römischen Reiches die größte Bedeutung hatten. Er legte großen Wert auf eine Beschreibung des Charakters, denn er sah das Leben der Kaiser nämlich weniger durch ihre geschichtliche Rolle bestimmt, als durch ihre Persönlichkeit.

Literatur


- Barry Baldwin: Suetonius. Hakkert, Amsterdam 1983, ISBN 90-256-0846-9
- Andrew Wallace-Hadrill: Suetonius 2. ed. Bristol Classical Press, London 1995, ISBN 1-85399-451-0

Weblinks


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- [http://www.thelatinlibrary.com/suet.html Werke in The Latin Library (lateinisch)]
- [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Suetonius/12Caesars/home.html Caesarenviten (lateinisch und englisch)] Suetonius Tranquillus, Gaius Suetonius Tranquillus, Gaius Suetonius Tranquillus, Gaius Suetonius Tranquillus, Gaius Suetonius Tranquillus, Gaius Suetonius Tranquillus, Gaius ja:スエトニウス

Einhard

Einhard oder Eginhard (
- ca. 770 im Maingau, † 14. März 840 Seligenstadt am Main, ein fränkischer Gelehrter und Geschichtsschreiber, war Nachfolger Alkuins als Leiter der Hofschule Karls des Großen, Ratgeber Ludwigs des Frommen und Laienabt des Klosters Seligenstadt.

Schaffen

Von den vier heute noch bekannten Werken Einhards ist die Biographie Karls des Großen, die Vita Karoli Magni, am bedeutendsten. Diese einzige zeitgenössische Biographie Kaiser Karls verfasste Einhard in Anlehnung an die antiken Kaiserbiographien Suetons. Ein weiteres wichtiges Werk sind die Translatio et Miracula SS. Marcellini et Petri, ein Bericht von der Überführung der Reliquien zweier Heiliger von Rom nach Seligenstadt mit den für die Translationsberichte üblichen Wunder-Erzählungen. Schließlich sind noch die kurze theologische Schrift De adoranda cruce und eine für Gebetszwecke aufbereitete Auswahl aus den Psalmen zu nennen. Daneben ist eine größere Sammlung von Briefen Einhards (insgesamt 71, davon 58 mit Einhard als Verfasser) erhalten.

Nachleben

Wunder] Wunder In Seligenstadt steht die Einhard-Basilika des einstigen dortigen Klosters, in dem Einhard sich seit 830 als Laienabt aufhielt und wo er auch starb. Dort befindet sich in der Ministranten-Sakristei ein großer Sarkophag mit den Gebeinen Einhards und seiner Frau Imma; allerdings ist der Raum für normale Kirchenbesucher nicht zugänglich. Moderne naturwissenschaftliche Untersuchungen bei einer Graböffnung im Jahre 2005 bestätigten, das die Knochenreste im Sarg mit den Lebensdaten Einhards und seiner Frau übereinstimmen, es scheint sich also tatsächlich um die originalen Gebeine zu handeln, was zwischenzeitlich angezweifelt wurde. Mit der Einhardsbasilika in Steinbach bei Michelstadt im Odenwald - Ludwig der Fromme hatte Einhard diesen Ort im Jahr 815 geschenkt - hat sich ein karolingischer Kirchenbau fast im Zustand der Zeit des Begründers erhalten. In Erinnerung an Einhard und sein Werk wird von der Einhard-Stiftung zu Seligenstadt seit 1999 alle zwei Jahre der Einhard-Preis für biographische Literatur verliehen. Bisherige Preisträger sind Otto Pflanze (1999), Brian Boyd (2001), Joachim Fest (2003) und Irene Heidelberger-Leonard (2005). In einigen Städten des Wirkungsgebiets Einhards stehen Denkmäler zu seinen Ehren, so in Seligenstadt und Eschweiler. Eschweiler

Werke


- Vita Karoli Magni
- Translatio et Miracula SS. Marcellini et Petri
- De adoranda cruce

Literatur


- Einhard: Vita Karoli Magni. Das Leben Karls des Großen, lateinisch/deutsch. Übersetzt von Evelyn Scherabon Firchow. Stuttgart 1995. ISBN 3-15-001996-6
- Schefers, Hermann (Hrsg.): Einhard. Studien zu Leben und Werk. Darmstadt, 1997 [http://141.84.81.24/cgi-bin/da/da542/da542.pl?seite=765.gif&start=765 Rezension]
- Tischler, Matthias M.: E